Über OMB - OMB News - Apple Search: Konkurrenz für Google?

Apple Search: Konkurrenz für Google?

Mit seiner Suchfunktion in iOS 9, der jüngsten Version des Betriebssystems, bietet Apple seinen Usern jetzt schon eine interessante Alternative zu Googles Websuche. Ob in Zukunft aber mit einer eigenen „Apple Search“ zu rechnen ist, die es mit der Mutter aller Suchmaschinen aufnehmen kann, steht allerdings noch in den Sternen.

Mit iOS 9 lieferte das US-Unternehmen Apple nun sein aktuellstes Update im Bereich der mobilen Betriebssysteme. Neben einer Überarbeitung der Suchassistentin Siri, einer längeren Akkulaufzeit und kleineren Optimierungen des Interface, fällt auch Apples neue Suchseite auf. Diese ist ganz einfach zu erreichen: Mit einem kurzen Wisch nach rechts erscheint das Suchfeld. Das Prinzip ähnelt dem anderer Suchmaschinen, bietet dem Nutzer durch zahlreiche Verknüpfungen aber einerseits personalisiertere und andererseits umfassendere Antworten. So greift die Funktion nicht nur auf Websites zurück, sondern bindet beispielsweise auch Apps ein.

Alle Daten nutzen

Die neue Apple-Suche greift auf alle gespeicherten Daten des Smartphones zurück. Bei einer Eingabe werden Informationen aus dem eigenen E-Mail-Programm oder dem Kalender ebenso einbezogen wie Inhalte aus dem World Wide Web. So können je nach Eingabe direkte Antworten, Websites, Programme und Informationen aus dem eigenen System, aber auch – und das ist neu – Inhalte aus Apps auf dem Bildschirm auftauchen. Dies macht die eigenen Apps zum einen besser nutzbar. Bisher konnten Inhalte nur über den direkten Start der Anwendung bezogen werden, nun erscheinen sie auch in der Suchfunktion. Wer beispielsweise die Süddeutsche liest, bekommt deren Artikel bei einer Suche nun auch prominent angezeigt – sofern sie zur Anfrage passen. So verknüpft Apple die Funktionen viel stärker miteinander und sorgt für personalisierte Ergebnisse.

Deep Linking

Damit geht Apple einen weiteren Schritt in Richtung des so genannten „Deep Linkings“, d.h. einer besseren Vernetzung aller Onlinedienste. Bisher standen Apps im Mobilbereich vor allem für sich allein und konnten nicht mit einander verbunden werden. Wer auf digitalen Karten wie Google Maps nach dem Standort eines Kinos suchte und gleich Karten ordern wollte, musste die Website des Betreibers erst über einen Browser anwählen. Eine Verlinkung der Anwendungen wäre aber nicht nur für User, sondern auch für Entwickler und Betreiber sinnvoll. Google, Apple und Co hatten in letzter Zeit bereits angekündigt, hier weitere Entwicklungen auf den Markt bringen zu wollen. Bis Nutzer die Deep Links allerdings selbst erstellen und teilen könne, wird noch einige Zeit vergehen.

Stärkeres App-Marketing

Die Möglichkeit, sich für die Apple-Suche indexieren zu lassen, hat aber nicht nur für etablierte Dienste Vorteile. Gerade neue oder bisher wenig beachtete Anwendungen könnten ihren Weg zu den Verbrauchern finden. So zeigt Apple nicht nur bereits heruntergeladene Anwendungen, sondern gibt bereits während der Eingabe des Suchbegriffs eine Auswahl von Apps an, die zur erwarteten Suchanfrage passen und damit für den User relevant sein könnten. Entwickler finden hier ein neues Marketingpotenzial für Ihre Produkte.

Schlägt Apple Google?

Zwar kommt die mobile Apple-Suche mit allerlei neuen Funktionen daher, in naher Zukunft wird sie den Markt damit aber wahrscheinlich nicht erobern können. Das Betriebssystem iOS verfügte im letzten Jahr nur über ca. 15% der Marktanteile, Android machte dagegen ca. 80% aus. Ein Großteil der Smartphonebesitzer kommt somit gar nicht in den Genuss der neuen Suche. Allerdings hat Apple Potenzial: Apple-Kunden gelten als kauffreudig und solvent. Im stark wachsenden Mobilmarkt könnte der Konzern damit eine attraktive Käuferschicht ansprechen und nicht das erste Mal einen neuen Trend auslösen, der weitere Kunden mit sich bringt. Allerdings bleibt abzuwarten, inwiefern Konkurrenten wie Google auf diesem Gebiet nachziehen. Derzeit versucht Apple wohl vor allem, seine Partnerschaft mit vielen App-Anbietern zu versilbern: Das Unternehmen verdient an den Verkäufen eines Großteils der bisher indexierten Anwendungen nämlich mit.

Quelle

http://goo.gl/1MuiOW