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Doktor Google: Suchmaschine startet eigene Medizindatenbank

Der Suchmaschinenanbieter startet in den USA seine erste eigene Datenbank für medizinische Themen. Google will seinen Nutzern in Zukunft so vermehrt eigene Inhalte als Antwort auf Suchanfragen anbieten, als auf fremde Websites zu verlinken.

Google reagiert auf häufige Medizinanfragen

Der US-Konzern Google ist den meisten durch seine prominente Suchmaschine bekannt. Allein in Europa hält das Unternehmen Marktanteile von ca. 94%. Wer im Internet nach Informationen, Dienstleistungen oder Produkten sucht, konsultiert in der Regel Google. Auch im Gesundheitsbereich liegt der Anbieter weit vorn: Bevor Patienten zum Arzt gehen, befragen sie zunächst Google nach Krankheiten, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten. Ganze 5% aller Suchanfragen sind mit Gesundheitsthemen besetzt. Das Unternehme will für diese Fragen nun selbst Antworten anbieten und Usern damit ein einheitliches Konzept und eine zentrale erste Anlaufstelle bieten. Dafür hat es gemeinsam mit Medizinern Fakten gesammelt, Statistiken ausgewertet und eine Art übersichtlichen „Karteikasten“ erstellt, in dem Nutzer nun Informationen zu den, laut Google 400 häufigsten Krankheiten, finden. Bisher ist eine Veröffentlichung zunächst in den USA geplant, der Dienst soll aber weltweit ausgebaut werden.

Der moderne Karteikasten

In einem Video zeigt Google, wie es geht: Gibt man bspw. Die Frage „Was ist eine Tonsillitis?“ ein, erscheint rechts neben allen Suchergebnissen (in der mobilen Version über den anderen Suchergebnissen) der passende Kurzeintrag der eigenen Medizindatenbank. Hier werden im Stile Wikipedias Symptome, der Krankheitsverlauf, typische Behandlungen und weitere Informationen als kurze Texte und Grafiken angezeigt. Über jedem Artikel thront ein Schaubild, das an die Lehrmaterialien der 70er Jahre erinnert. Im Falle der Tonsillitis zeigt es die entzündeten Mandeln eines kleinen Jungen. Eine eigene medizinische Beratung wolle Google damit aber nicht anbieten, sondern Nutzern nur eine Hilfe anbieten, um schließlich beim Arzt die richtigen Fragen stellen zu können. Ärzte lasen sich praktischerweise ja ebenso über die Suchmaschine finden.

Der US-Konzern baut seine Dienste aus

Die Medizindatenbak ist Teil des Google Knowledge Graph, einem Dienst, der Nutzern ein Online-Lexikon anbietet und Antworten für die häufigsten Suchanfragen bietet. So verfügt Googles hauseigene Datenbank bisher auch über Informationen über bekannte Persönlichkeiten, Orte und „Dinge“ und bietet zu jedem Artikel in einer Slideshow weiterführende Informationen an. Google positioniert die eigenen Dienste mittlerweile immer prominenter und entwickelt sich immer mehr zum Allrounddienstleister. Webseitenbetreiber müssen sich so nicht nur immer stärker an den sich ständig ändernden Algorithmen der Suchmaschine orientieren, sondern z.T. auch mit Googleeigenen Leistungen konkurrieren. So sind Betreiber von digitalen Karten größtenteils schon von Google Maps verdrängt worden und nun bekommt auch das Allzweck-Lexikon Wikipedia eine ernstzunehmende Konkurrenz. Zwar wirbt Google damit, dass im Gegensatz zu vielen freien Diensten ausgebildete Experten an ihrer Datenbanken mitarbeiten, dennoch bleibt die Frage offen inwiefern die verkürzten Informationen ich letztlich als Fehlerquellen offenbaren können – die niedergelassene Mediziner dann wieder geraderücken müssen.

Wie man seine Chancen im Web nutzt

Trotz aller Vorbehalte bietet das Web aber auch Chancen. Kennt man bspw. Googles Funktionsweise und kann die hauseigenen Analysetools nutzen, lernt man auch die Nutzer hinter den PC, Tablets und Mobiltelefonen kennen, die die Suchanfragen stellen und kann gezielt auf deren Bedürfnisse eingehen. Gerade Mediziner können so auch vom neuen Google-Dienst profitieren, denn erscheint neben dem medizinischen Artikel der Eintrag zur eigenen Praxis, lassen sich nützliche Verbindungen für Patienten und Ärzte ziehen. Notwendig dafür ist ein gutes Praxismarketing, dass auf zentrale Suchbegriffe abgestimmt ist und Nutzern übersichtliche Informationen auf der Praxis- oder Klinikwebsite bietet. So können auch Ärzte die aktuellen Entwicklungen des Suchmaschinenanbieters nutzen, um neue Patienten zu gewinnen und ihre Webauftritte entsprechend zu verbessern.

Weitere Informationen zum Thema Praxismarketing finden Sie hier: patientenakquise.com

Quelle: http://goo.gl/B83qf6