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Google schafft standortbasierte Suche ab

Ohne große Vorankündigungen hat Google vor einigen Tagen Änderungen an den Sucheinstellungen vorgenommen. Die auffälligste: Es gibt keine standortbasierte Suche mehr. Davor war es möglich, dass Nutzer ihre Region ziemlich konkret festlegen können bzw. das Google die Herkunft der Nutzer erkannte und eigenständig den nächst größeren Ort angab. Die unter dieser Voraussetzung angebotenen Suchergebnisse richteten sich danach. Wer beispielsweise in Berlin nach einer Pizzeria ohne konkrete Ortsangabe suchte, bekam Ergebnisse aus der Nachbarschaft angezeigt – in dem Fall durchaus sinnvoll, schließlich fährt kaum jemand spontan mehrere hundert Kilometer, weil er Appetit auf italienisches Essen bekommen hat.

Nachteilig war die standortbasierte Suche dagegen, wenn es um überregionale Angebote ging. Wer etwa bei einer Apotheke online Medikamente bestellen möchte, für den spielt es keine Rolle, ob die Niederlassung 5 oder 500 Kilometer entfernt liegt. Für den Nutzer bedeutete das, dass er nicht automatisch die interessanteste Möglichkeit angezeigt bekommt, sondern eine, die geografisch sinnvoll ist. Für Händler und Dienstleister, dass sie in einigen Bereichen benachteiligt werden. Was geblieben ist, ist die länderspezifische Google-Suche. Nutzer können einstellen, ob sie Ergebnisse global oder für Deutschland sehen möchten.

Fehlendes Interesse und Rechtssicherheit als Gründe

Als offizieller Grund für die Abschaffung der standortbasierten Suche wird ein mangelndes Interesse der Nutzer genannt. Die meisten bevorzugten allgemeine Ergebnisse, zumal ein Ortsname zum eigentlich gesuchten Begriff ebenfalls dafür sorgt, dass es eine geografische Einschränkung gibt. Suchmaschinen-Experten vermuten aber auch, dass die Entscheidung rechtliche Gründe haben könnte: In Europa gilt das Recht auf Vergessen, in den USA nicht. Wer als Standort die USA angibt, bekommt Ergebnisse angezeigt, die bei Suchanfragen aus EU-Ländern verborgen bleiben. Um europäisches Recht einzuhalten und gleichzeitig den Anspruch auf Meinungsfreiheit der US-Amerikaner nicht zu beschränken, ist es von Vorteil, wenn Nutzer nicht einfach virtuell das Land wechseln können.

Für Unternehmen, die Suchmaschinenoptimierung (SEO) betreiben, bedeutet die Entscheidung mehr Verlässlichkeit. Eine optimale Positionierung hängt nicht mehr davon ab, wo sich der Nutzer befindet und ob er die standortbasierte Suche nutzt. Gut eingerichtete, gepflegte Seiten mit Mehrwert werden belohnt, ohne das durch den Standort des Nutzers Kompromisse gemacht werden müssen. Darüber freuen sich Kunden, die in die Qualität ihrer Seite investieren.

Quelle

http://goo.gl/dlvRQX