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Millionen Löschanträge für Google

345.169.134 zu löschende Links standen bei Google 2014 auf der Agenda - deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Die so genannten „takedown requests“ sind damit so hoch wie noch nie. Insbesondere die Musikindustrie pocht auf ihr Urheberrecht und prangert bei Google URLs an, die zu illegalen Downloads oder Online-Streams führen. Je einfacher der Datenaustausch über Plattformen wie kinox, megaupload und andere Anbieter wird, desto stärker verbreiten sich die Inhalte. Gleichzeitig bieten viele Produzenten aus der Medienbranche kaum entsprechend legale Alternativen an: Die Film- und Musikindustrie hat es bisher nicht geschafft, sich umfassend auf die Nutzungsvorlieben ihrer Kunden einzustellen.

GOOGLE KOMMT KAUM HINTERHER

Entsprechend viel zu tun hat nun der Internetriese, die ungewünschten Verbindungen zu kappen. Dies dauert nicht nur lang, sondern bringt auch Fehler mit sich: So löschte Google ausversehen legale Links, deren Projektnamen wohl Ähnlichkeiten zu Filmen aus der Pornoindustrie hatten und deshalb von Vertretern eben dieser gemeldet worden waren. Google war bei der Prüfung des Sachverhalts offenbar ein Fehler unterlaufen - Patzer, die bei ca. einer Million Anträge pro Monat leider nicht ausbleiben.

RECHT AUF VERGESSEN

Zwar nicht illegal, dafür aber rufschädigend, sind Inhalte, die nach jüngsten Entwicklungen dem so genannten „Recht auf Vergessen“ unterliegen. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes bekommt Google seit Mitte des letzten Jahres auch hier zahlreiche Anträge. Um die 145.000 waren es bisher. Hier ist die Rechtslage deutlich schwieriger zu beurteilen als beim Urheberrecht: Entsprechende Inhalte werden nur dann gelöscht, wenn sie keinen sinnvollen Mehrwert für andere User darstellen oder beleidigend sind. Schlechte Bewertungen oder Berichte über die eigene Person oder das Unternehmen sind somit kaum oder nur schwerlich aus der Suchmaschine zu verbannen. Hier empfiehlt es sich, mit eigenen positiven Inhalten und einem umfassenden Reputationsmanagement vorzusorgen.

Quelle: http://goo.gl/eFVwRk