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Pokémon Go: Augmented Reality-App alarmiert Datenschützer

Das Smartphone-Spiel Pokémon Go dominiert zurzeit nicht nur die mediale Berichterstattung und die Ranglisten der App-Stores, sondern entfacht auch hitzige Debatten über Datenschutz und die Vermischung von Realität und virtueller Spielewelt. Auch Firmen wittern Potenzial, die App für Marketing- und Werbezwecke einzusetzen.

Spieler sammeln auf der Straße virtuelle Monster

Das Spielprinzip ist simpel: Auf einer Karte der Umgebung, die an eine simplifizierte Version von Google Maps erinnert, läuft der Avatar des Spielers Straßen und Wiesen ab. Das Ziel: Möglichst viele und starke Pokémon – die an Tiere und Fabelwesen angelehnten „Pocket Monsters“, mit denen Nintendo bereits Mitte der 90er Jahre Diskussionen über Videospiele, Sucht und Bildungszerfall auslöste – einzufangen.

Der Clou: Mittels GPS werden die Bewegungsabläufe der Spieler eins zu eins in das Spiel übertragen. Nur wer mit dem Smartphone in der Hand auf die „Jagd“ geht, kann die Funktionen von Pokémon Go wirklich nutzen. Auf der Karte haben die Entwickler sogenannte Poké-Stops platziert, an denen Spieler kostenlos Gegenstände, die sie im Spiel weiterbringen, abgreifen können. Taucht auf der Karte ein Pokémon auf, das man einfangen möchte, wird die Kamera des Smartphones aktiviert und das Monster auf dem Display in die tatsächliche Umgebung integriert – Realität und virtuelle Spielewelt verschmelzen miteinander.  Die App hat zurzeit mehr täglich aktive Nutzer als das soziale Netzwerk Twitter und könnte entscheidend dazu beitragen, dass Augmented Reality-Anwendungen vollends im Mainstream ankommen.

Entwickler sammelt Daten für Dritte

Während manche die Tatsache loben, dass Pokémon Go Videospieler zur körperlichen Betätigung animiert und vor die Haustür lockt, äußern andere große Sorgen bezüglich des Datenschutzes: Beim Herunterladen der App gewähren Spieler der ehemaligen Google-Tochter Niantic, die Pokémon Go in Zusammenarbeit mit Nintendo entwickelt hat, nicht nur das Recht, sie beim Spielen permanent zu orten, sondern dass diese Daten auf unbestimmte Zeit auch an Dritte weitergegeben werden können. Die Entwickler der App wissen also ganz genau, wo sich die Nutzer wann aufhalten.

Zudem können die Spieler mithilfe der Poké-Stops, die sich meist an Sehenswürdigkeiten oder öffentlichen Orten wie Bahnhöfen befinden, und anderer Mechanismen des Spiels, mit denen zum Beispiel mehr Pokémon an bestimmten Orten auftauchen, gezielt in bestimmte Richtungen gelotst werden.  Für Firmen und Unternehmen bietet diese Form des Geotargeting – sollte die Nachfrage des Spiels anhalten – großes Potenzial für Marketing und Werbung. Während sich im Moment vor allem lokale Geschäfte den Pokémon-Hype zu Nutze machen, um Kunden direkt vor Ort anzulocken, verkündete Niantic bereits, dass es in Zukunft möglich sein wird, im Spiel mit gesponserten Punkten aufzutauchen. 

Quellen:

http://goo.gl/1IVB6n

http://goo.gl/Dgo1YD