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Wenn die Frontscheibe zum Bildschirm wird

Augmented Reality klingt für die meisten Menschen sicherlich nach Science Fiction: Werbebanner, die potenzielle Kunden auf der Straße mit ihrem Namen begrüßen, Roboter im Dienstleistungsservice oder Telefone, die beim Anruf das Hologramm des anderen zeigen. Aber wenn wir von Augmented Reality sprechen, befinden wir uns keineswegs auf dem Holodeck der Voyager im StarTrek-Universum von Gene Roddenberry, sondern im gegenwärtigen Alltag. Die Google Glass-Brille ist lange nicht die erste Erfindung, die versucht, unser Leben durch digitale Hilfe zu vereinfachen.

Einige Autofahrer kennen es vielleicht schon: Die Frontscheibe im Auto wird zum Bildschirm und zeigt, Geschwindigkeit oder bspw. Navigationsanweisungen an. Das so genannte Head-up-Display (HUD) soll bald noch stärker als Datenträger genutzt werden. Pablo Richter, HUD-Experte von Continental erklärt, wie es funktioniert: Da die Frontscheibe natürlich genau in der Blickrichtung des Fahrers liegt, eignet sie sich auch als virtuelle Unterstützung. Durch Kameras, Bilderkennungssoftware, Bewegungssensoren sollen die Straße, die der Fahrer vor sich sieht, und die dazu eingespielten Daten quasi miteinander verschmelzen. Dann zeigen die Richtungspfeile des Navis nicht einfach nach rechts oder links, sondern weisen exakt auf die Einbiegung, die man vor sich sieht oder die Fahrbahnmarkierungen flackern auf, wenn man zu nah am Fahrbahnrand fährt.

Prinzipiell lässt sich alles Mögliche auf den Bildschirm projizieren: Auch Filme, Skripte oder Bilder könnten Fahrer und Beifahrer sehen. Solche Funktionen sind laut Richter natürlich erst geplant, wenn das Auto durch Steuerungsmechanismen autonom wird und den Fahrer nicht mehr aktiv braucht. Interessant ist auch eine Art „Rund-um-Sicht“: So arbeiten Entwickler bspw. daran, durch Kameras die Straße unter dem Auto sichtbar zu machen. Die Bilder werden ebenfalls an die Frontscheibe geschickt und helfen bspw. Offroad-Fahrern, Hindernisse bei Steigungen besser zu erkennen. Nicht nur Continental, sondern viele Hersteller und Zulieferer arbeiten stringent an diesen Technikinnovationen, um das Autofahren noch bequemer und sicherer zu machen.

Quelle: http://goo.gl/ptzvI2