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World Wide Web für alle? Internet via Satellit

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Das Internet ist für viele zum unverzichtbaren Bestandteil ihres Lebens geworden. Doch noch immer gibt es graue Flecken auf der Landkarte, an denen das Surfen im Netz nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist. Doch das soll sich jetzt ändern, und zwar weltweit. Ein neues Projekt von Airbus und dem amerikanischen Telekommunikationsunternehmen OneWeb mit dem Namen „OneWeb Satellites“ verspricht, die ganze Welt mittels Satelliten mit einem günstigen Internetzugang zu versorgen.

Bereits am 26. Februar soll der erste Satellit ins All geschossen werden. Insgesamt werden, laut Airbus, in den folgenden Jahren 899 weitere Satelliten folgen. Das Besondere daran: Die Satelliten sollen in eine erdnahe Umlaufbahn geschossen werden, also in rund 12.000 Kilometer Höhe. Dabei sind sie kleiner und leichter als herkömmliche, geostationäre Satelliten. So lassen sie sich nicht nur schneller herstellen, sondern auch leichter ins Weltall befördern.

Ein Projekt mit vielen Unklarheiten

Zur Kommunikation mit der Erde müssen dann kleine Satellitenschüsseln, die mit Solarstrom versorgt werden, auf Dächern montiert werden. Durch die Erdnähe soll so 3G-, LTE- oder 5G-Internet und WLAN verfügbar sein. Wie gut die Verbindung letztendlich ist, lässt sich jedoch nicht voraussagen, da auch unterschiedliche Wetterbedingungen wie Wolken oder Nebel die Qualität der Verbindung beeinflussen können.

Kritiker des Projekts glauben zudem, dass durch die begrenzte Haltbarkeit der Satelliten viel neuer Weltraummüll entsteht. Dieser Einwand ist berechtigt, da OneWeb Satellites nicht das einzige Vorhaben ist, das die gesamte Welt mit Internet versorgen möchte. Sowohl das kanadische Unternehmen Tesla als auch das amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk arbeiten an ähnlichen Projekten. Auch die Google-Mutter Alphabet tüftelt an flächendeckender Internetversorgung. Dazu will das Unternehmen Ballons benutzen.

Ob das Vorhaben von OneWeb und Airbus oder einem der anderen Unternehmen letztendlich zum Erfolg wird, ist allerdings fraglich, denn eine Umsetzung bedarf eines hohen Aufwands, da Smartphones selbst die Signale nicht empfangen können. Auch ist noch unklar, ob Nutzer mit den Unternehmen einen Vertrag abschließen müssen, um das Internet aus dem Weltall nutzen zu können.